Marktgasse 25
8400 Winterthur
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Mi – Fr  12 – 18 h
Sa – So  12 – 16 h
 
Richard Sides
Don't Blow it in the Vector
24. August – 12. Oktober  2014

Richard Sides (*1985, lebt und arbeitet in London) ist bekannt für seine ausufernden, verspielten und mitunter kruden Installationen. Für seine Ausstellung in der Kunsthalle, seine erste in der Schweiz überhaupt, nimmt er sich des Dokumentarfilms an; er begab sich auf eine umfangreiche Videorecherche, im Zuge derer er vier einflussreiche junge Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik besuchte und sich ihrem Schaffen dokumentarisch annäherte. Im Zentrum von Don’t Blow it in the Vector, Titel der Ausstellung und zugleich der neu entstandenen Arbeit, stehen Theo Burt aus York, Roc Jiménez de Cisneros aus Barcelona, Mark Fell aus Rotherham und Lorenzo Senni aus Mailand; alle Musikproduzenten, DJs, Künstler, Musiker und Komponisten in einem.
Don’t Blow it in the Vector wird sich in für Sides typischer Manier in alle drei Räume der Kunsthalle akustisch und installativ ausfalten. Der Film selber ist eine wilde Montage aus musikalischen Samples, Gesprächen mit den vier Protagonisten sowie Einblicken in ihren Alltag. Es offenbart sich ein experimenteller Kosmos, der zunächst einmal wenig mit glamourösen Techno-Events gemeinsam hat und dessen Referenzen dem normalen Musikkonsument vollkommen unbekannt sind. Den Argumentationen und Auseinandersetzungen in den Diskussionen zu folgen ist für den Laien nicht immer einfach; und doch wird schnell klar, dass auch in diesem musikalischen Spezialdiskurs dieselben Fragen wie in allen anderen Bereichen kultureller Produktion eine Rolle spielen: Es geht um kulturspezifische Eigenheiten, welche die Rezeption von Musik mitbestimmen; es geht um den Umgang mit Tradition und Konvention, und es geht um das Verhältnis von Konstruktion, Emotion und Expression.
Don’t Blow it in the Vector widmet sich einem sehr spezifischen Inhalt, doch kann die schlussendliche Formfindung kaum mehr darauf zurück gerechnet werden: Ganz dem Credo des Künstlers entsprechend wird man mit einer anspielungsreichen Assemblage konfrontiert, verspielt und bunt, trashig und elegant, betörend und mitunter verstörend.
Kunsthalle Winterthur